Welche Alternativen werden im Bereich Zahnimplantate angeboten?
Fehlende Zähne ersetzen zu können war schon von alters her ein Anliegen der Zahnmedizin - nicht nur aus ästhetischen Gründen, sondern auch aus ganz praktischen: eine genügende Kau- und eine deutliche Sprechfähigkeit hängen beide hauptsächlich von ausreichend vorhandenen Zähnen ab. Von den äußerst primitiven und grob gearbeiteten Zahnprothesen früherer Zeiten - Genosse Stalin wusste ein schmerzhaftes Lied davon zu singen - hat sich die Zahntechnik mittlerweile zu einer Hightechbranche entwickelt. Und nach vielen gescheiterten Fehlversuchen einiger Jahrzehnte mit ganz unterschiedlichen Materialien, Formen und Operationstechniken ist heute auch der Königsweg des Zahnersatzes technisch ausgereift und in der Praxis bewährt: Zahnimplantate.
Je nach Einsatzzweck, kieferanatomischen Voraussetzungen und Operationsmethode kommen eine hohe Zahl unterschiedlicher Implantate zum Einsatz
Insgesamt sind dabei etwa 80 große Hersteller weltweit mit der Herstellung von Zahnimplantaten beschäftigt, 200-300 verschiedene Implantatformen sind derzeit etwa am Markt. Was alle Implantate heute gemeinsam haben, ist, dass sie immer zylinderförmig sind - diverse andere Formen, oft der natürlichen Form der Zahnwurzel nachgebildet, haben sich nicht durchgesetzt, da die Einsetzung eine hohe chirurgische Präzision erfordert, und oft mit erheblichen Belastungen für den Patienten verbunden wäre - obwohl diese Formen auch ihre Vorteile haben. Je nach Einsatzgebiet und vor allem je nach vorhandener Knochendichte beim Patienten unterscheiden sich die verwendeten (Schraub-)Implantate aber bereits wesentlich: soll am Implantat nur eine Prothese fix befestigt werden, ist der Durchmesser oft sehr viel geringer, und der Oberteil des Implantats ist - je nach Befestigung an der Prothese entweder mit Druckknöpfen oder Magneten ausgestaltet. Gerade bei zahnlosem Unterkiefer kommt diese Möglichkeit oft zum Einsatz, da der Halt einer herkömmlichen Prothese durch den fehlenden Kieferkamms kaum mehr gewährleistet ist, mit zwei bis vier Implantaten jedoch vollkommen gewährleistet werden kann. Schraubimplantate, die später Kronen tragen sollen, um einen einzelnen Zahn zu ersetzen, oder die als Halt für eine festsitzende Zahnbrücke dienen, haben meist einen deutlich höheren Durchmesser. Bei den verwendeten Materialien ist man heute - von wenigen Ausnahmen abgesehen - von den Keramikimplantaten aufgrund der hohen Sprödigkeit und immer wieder vorkommenden Rissen und Brüchen fast vollständig abgekommen. Auch reines Titan verhält sich wie Keramik zu hundert Prozent bioinert - das heißt es löst keine Fremdkörperreaktion im Körper aus und wird vom Körper wie eigenes Gewebe angenommen, hat aber eine viel höhere Festigkeit, weil Titan sehr viel weniger spröde ist wie Keramik. Unter der Vielzahl von möglichen Implantaten wählt der erfahrene Zahnarzt dann die an den Patienten am besten angepasste Lösung aus. |