Warum sagt man gesunde Zähne, gesunder Mensch?

Zahnpflege ist nicht nur Kosmetik - die Gesundheit der Zähne und eine ausreichende Hygiene der Mundhöhle sind von ganz wesentlicher Bedeutung für die Gesunderhaltung des ganzen Körpers. Das sagen nicht nur Zahnärzte, um mehr Geld zu verdienen - was sie auch gar nicht nötig hätten - sondern das ist eine schon ziemlich lange erwiesene medizinische Tatsache.

Einerseits stellen unsere Zähne den ersten - und sehr wichtigen - Teil unseres Verdauungsapparats dar, der dem Zerkleinern der Nahrung dient. Schäden an der Zahnstruktur oder fehlende Zähne führen unweigerlich zu einer schlechteren Zerkleinerung der Nahrung, in der Folge kann die Nahrung auch nicht so gut verdaut werden. Wichtige Nährstoffe werden so nur noch unvollständig aufgenommen, und Krankheiten des Verdauungsapparates können hier die Folge sein. Andererseits herrscht in unserer Mundhöhle ein sehr streng geregeltes Gleichgewicht an Bakterien. Mangelnde Mundhygiene und Karies können nun dazu führen, dass sich einige dieser Bakterien, in der Hauptsache Streptokokken, ungehemmt vermehren können und zu Entzündungen und Infektionen auch an anderen Stellen des Körpers führen können, oder jedenfalls die Entzündungsneigung wesentlich erhöhen.

Schlechte oder erkrankte Zähne können auch auf zu einer Vielzahl schwerer Erkrankungen im Körper führen

Viele Entzündungen, sogenannte Zahnherde, bemerkt man oft nicht einmal, da sie nicht immer schmerzhaft sein müssen. Auf lange Sicht können sich diese Entzündungen allerdings über den Blutstrom im ganzen Körper ausbreiten, und Krankheiten wie Herzbeutelentzündungen, Fieberschübe und - über längere Zeit auch zu einer Sepsis, einer Blutvergiftung werden, oder entzündlich-rheumatische Erkrankungen auslösen. Auch Altertumsforscher haben das bereits bei den alten Ägyptern nachgewiesen - hauptsächlich kohlehydratbasierte Ernährung und praktisch nicht vorhandene Mundhygiene führten anscheinend nicht zu zu Karies, sondern bei einem großen Teil der Bevölkerung zu chronischen entzündlich-rheumatischen Krankheiten, und einer Vielzahl von Infekten, die sehr oft - mangels nicht vorhandener antibiotischer Therapie - sehr oft in weiterer zur Blutvergiftung durch den Infekt und damit zum Tode führten.
Auch den alten Chinesen galt übrigens bereits vor tausenden von Jahren der Zustand und die Gesundheit der Zähne als Hinweis auf Störungen im Dickdarm-, Dünndarm- oder Lungenmeridian. Gute Mundhygiene beschrieb man schon damals als "lebenserhaltend", ebenso wie bei den alten Indern.
An all dem hat sich bis heute auch nichts geändert - Zahnherde gelten auch heute noch als sehr häufige Ursache ungeklärter fieberhafter Infekte. Neben der entsprechend sorgfältigen Mundhygiene sollte man als gute Vorsorge also auch regelmäßig - am besten zweimal jährlich - seinem Zahnarzt einen Besuch abstatten. Und nicht erst, wenn's wehtut.